Immobilien · Aktualisiert · 2026-09-15

Eine sinnvolle Checkliste zur Mieterprüfung (und was man besser lässt)

Beim Screening geht es um Zahlungsfähigkeit und Zahlungsmoral — nicht um die Person. Sechs Fragen, die Sie jedem stellen können, drei Signale, die sich zu beobachten lohnen, und ein paar rote Linien, die man nicht überschreitet.

Zwei Wochen Leerstand, und der Gedanke, die Wohnung einfach dem ersten Bewerber zu geben, ist verständlich. Aber „wer zuerst kommt, bekommt sie" ist die Entscheidung mit dem höchsten Reuepotenzial: Bleibt die Miete aus, zahlt man die zwei, drei eingesparten Prüftage mit monatelangem Streit zurück. Hier ist eine Checkliste, mit der Sie guten Gewissens arbeiten können, dazu einige rote Linien, die man unter keinen Umständen überschreitet. Hinweis: Die Vorschriften zur Mieterprüfung sind je nach Region unterschiedlich — dieser Artikel behandelt allgemeine Grundsätze; maßgeblich sind die Regelungen an Ihrem Ort.

Erstens: Klarheit, worauf geprüft wird

Gefragt wird nicht „Mag ich diesen Menschen?", sondern es geht um zwei überprüfbare Dinge:

  • Zahlungsfähigkeit: ein Einkommen, das die Miete zuverlässig deckt;
  • Zahlungsmoral: ob in der Vergangenheit pünktlich gezahlt und die Wohnung gepflegt wurde.

Alles andere — Beruf, Akzent, Zusammensetzung der Familie — hat damit keine verlässliche Verbindung. Wer damit Menschen aussortiert, handelt nicht nur unfair, sondern lädt Ärger geradezu ein.

Sechs Fragen, die Sie bedenkenlos stellen dürfen

Stellen Sie jedem Interessenten dieselbe Liste — das ist fair und macht die Antworten vergleichbar:

  1. Wann ist Einzug geplant, und auf wie lange? — Schließt von vornherein unpassende Dauer aus: Sie wollen ein Jahr, die andere Person nur drei Monate.
  2. Wie viele Personen werden einziehen? — Hängt direkt mit der Wohnung zusammen, eine völlig berechtigte Frage.
  3. Wie sieht die berufliche Situation aus? (die Branche genügt, Sie müssen nicht beim Einkommen nachbohren) — ein grober Anhaltspunkt für Stabilität.
  4. Haustiere? Wird geraucht? — Bestimmt unmittelbar, wo Ihre Wohnung Verschleiß erleidet — unbedingt klären.
  5. Können Sie ein stabiles Einkommen belegen? — Gehaltsabrechnungen, Arbeitsvertrag, Gewerbeerlaubnis — die Form ist zweitrangig, entscheidend ist, dass sich alles überprüfen lässt.
  6. Können Sie eine frühere Vermieterin oder einen früheren Vermieter als Referenz nennen? — Die Miethistorie ist der aussagekräftigste Prognosefaktor: Ob der Ex-Vermieter Gutes berichtet, sagt mehr als alles, was die Bewerberin selbst erzählt.

Als Erfahrungswert: Mieter, deren Einkommen die Miete zwei- bis dreifach abdeckt, fallen spürbar stabiler auf. Das ist eine Orientierung, keine Hürde — wer aus mehreren Quellen verdient (freiberuflich etwa), verdient einen genaueren Blick auf das Gesamtbild, kein automatisches Nein.

Drei Signale, die es zu beobachten lohnt

  • Pünktlichkeit: Wer pünktlich zur Besichtigung erscheint, zahlt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die Miete pünktlich.
  • Konkrete Fragen: Wer fragt, wie Wasser und Strom abgerechnet werden, wie man Internet anschließt und wo der nächste Markt liegt, plant den Einzug ernsthaft; wer nur über den Preis feilscht und nichts zum Alltag wissen will, den lässt man besser zweimal überlegen.
  • Unkomplizierte Unterlagen: Wer Nachweise bereitwillig beibringt und zügig unterschreibt, zeigt Kooperationswillen. Ständiges Handeln bei Kaution und Zahlungsterminen ist meist erst der Anfang.

Rote Linien, die man nicht übertritt

  • Keine „Mieter-Schwarzlisten" fragwürdiger Herkunft, und niemanden öffentlich an den Pranger stellen. Streit läuft über Vertrag und Recht, nicht über die öffentliche Meinung.
  • Keine Ablehnung aus mietfremden Gründen: Ethnie, Herkunft, Geschlecht, Familienform — wer daraus ein Ablehnungskriterium macht, liegt im Unrecht, und im ernsten Fall ist es sogar rechtswidrig.
  • Keine übermäßige Datensammlung: Auf Ausweiskopien den Zweck vermerken, Gehaltsnachweise persönlich einsehen und danach zurückgeben oder schwärzen, unnötige Dokumente gar nicht erst verlangen.
  • Neben der Kaution keine zusammengewürfelten „Gebühren": Besichtigungs- und Vertragsgebühren halten nicht nur keiner Prüfung stand, sie filtern genau die ordentlichen Mieter aus.

Nach dem Screening: alle Unterlagen an einem Ort

Die Unterschrift ist erst der Anfang — die Unterlagen, Verträge und Abrechnungen eines Mieters werden bei jeder Verlängerung und jedem Auszug wieder hervorgeholt. In RentPilot sind Mieterinformationen und Verträge pro Wohnung abgelegt und Zahlungen pro Person gebündelt — beim Verlängerungsgespräch öffnen Sie die Seite des Mieters, und kumulierte Zahlungen sowie etwaige Verzüge liegen auf einen Blick vor. Durchgehend offline und ohne Konto; bald im App Store und bei Google Play.

Ist die Prüfung bestanden, machen Sie als Nächstes die Wohnungsübergabe solide — siehe Kaution: wie man sie erhebt, hinterlegt und zurückzahlt. Zur Logik hinter dem Preis siehe Die Mathematik der Mietpreisgestaltung.